Anna, Antonia und Anne: Gesamtband
Also, hier eine Geschichte. Erwähnenswert ist, dass sie von mir und Schneeleopard ist.
1.Teil: Die große Reise
I.
Wie alles begann
Es war Frühling geworden und Antonia ging ihrer Arbeit als Falknerin bei der Greifvogelvoliere nach. Sie streifte sich den Falknerhandschuh über und lockte den Wüstenbussard mit einem toten Eintagsküken auf den Handschuh. Der Vogel flog zu ihr und begann, sich über das Fressen herzumachen. Anna streichelte ihn.
Auch Anna hatte ihren Handschuh an und ging mit ihrem Steinadler im Zoo auf Streife. Natürlich nahmen alle Menschen Reißaus vor diesem braunen Koloss mit einer Spannweite von 1,90 bis 2,10 Metern. Damit er nicht vor Hunger die Leute angriff, fütterte Anna, die genau wie Antonia 21 Jahre alt war, ihn mit ein paar Leckerbissen.
Selbst Anne, die letzte 21-jährige Freundin, ging auf einen Spaziergang durch den Zoo. Jedoch nahm sie ihren Turmfalken mit, der im Sturzflug bis zu 360 km/h erreichen kann. Er ist klein, aber flink. Die Besitzerin streichelte ihn mit einer Schwanzfeder, die das Weibchen bei der letzten Mauser verloren hatte. Sie genoss es, denn sie knabberte vorsichtig und liebevoll an Annes Ohrläppchen.
Die Käfer krabbelten über das frischgemähte und saftige Gras, die Mücken tanzten über dem Bächlein, das durch den Zoo floss. Die Vögel zwitscherten in den Bäumen, deren feuchte Blätter in den letzten Strahlen der Sonne glitzerten und das ein oder andere Insekt brummte am Ohr vorbei. Die Bienen machten fleißig ihren Honignektar und flogen von einer Blume zur anderen. Leise konnte man die Autobahn hören, wie die Autos vorbeirasten.
Als die Vögel einen leckeren Happen Eintagsküken bekommen hatten, war auch schon
Feierabend.
Zu Hause genossen sie den schönen Sonnenuntergang und machten sich Abendbrot. Übrigens bestand Annes Nebenjob darin, beim Gericht von Greifkatzhausen – also ihrer Stadt – die Verteidigung zu sein.
Anna reckte und streckte sich. Natürlich konnte sie sich kein Gähnen verkneifen. Dieses verriet ihr, dass sie unbedingt ein paar Mal auf dem Trampolin hüpfen musste, um wach zu werden.
Plötzlich kam Antonia in Begleitung von Anne hereingestürmt. Außer Atem und noch mit dem Briefkastenschlüssel sowie ein paar Briefen in der Hand sagte sie: „ Wir haben zwei Briefe bekommen. Einen von unseren ehemaligen Lehrern Frau Blabloblü,
Schwassel sowie einer so genannten Frau Krummstock. Bin
mal gespannt, wer diese Krummstock ist - und einen weiteren vom Greifkatzhausener Gericht.“
Anne entschied: „Öffnen wir mal den Brief vom Gericht zuerst. Könnte etwas Dringendes für mich sein.“ Also ergriff sie den Brief. Ein bedrucktes Blatt kam zum Vorschein und Antonia und Anna beugten sich
gierig über den Brief. „Lies vor!“, drängte Anna.
„Sehr geehrte Anna, sehr geehrte Antonia,
sie wurden heute von Frau Blabloblü wegen früherem Schuleschwänzen angeklagt. Bitte begeben sie sich morgen um 9.55 in den Gerichtssaal Nr. 37. Wenn sie zu spät kommen, werden sie gleich ins Gefängnis geworfen oder müssen eine Geldstrafe zahlen, kommt drauf an, wie groß ihre Verspätung ist.
Mit freundlichen Grüßen
Das Staatsgericht Greifkatzhausen“
Anna und Antonia waren empört, doch Antonia fasste sich wieder: „Bitte, Anne, du MUSST uns verteidigen!“ Anne antwortete: „OK, wir haben morgen sowieso frei!“
II. Die Anklage
Am nächsten Tag wurden sie von Anne geweckt. Diese flüsterte: „Anna, Antonia, aufstehen!“ – „Ist
schon
.“, brummte Anna und rieb sich genau wie Antonia die Augen.
Im Auto kutschierte Anna sie elegant durch die Stadt, doch als sie mit 60 km/h auf einen Zebrastreifen zufuhr, überquerte plötzlich eine ihnen sehr bekannte Frau die Straße: Frau Blabloblü! „Was macht die denn hier?“, dachte Antonia. Als ob sie Gedanken
en könnte, sagte Anna: „Sie will die Abkürzung nehmen! So ist sie schneller als wir da.“ Auf einmal schaute Frau Blabloblü sie an mit einem fiesen Grinsen, dass sie schon aus der Schulzeit kannten. Sie blieb auf dem Zebrastreifen stehen, als würde sie meinen, dass keine zehn Pferde sie von dort wegbekommen würden. Anna drückte auf die Bremse und der Wagen kam zum stehen. Wie als ob man auf das Stichwort gewartet hätte, kam aus der entgegengesetzten Richtung eine Kutsche, die von zehn Pferden gezogen wurde genau auf Frau Blabloblü zugerast. Entsetzt schrie diese auf und rannte von der Straße herunter. Diese Gelegenheit nutzten Anna, Antonia und Anne aus und fuhren weiter in Richtung Greifkatzhausener Gericht.
Frau Blabloblü hatte einen stechenden Blick in den Augen. Jetzt funkelten diese nur so. Es schien eine Privatsitzung zu sein, denn niemand anderes war im Raum zu sehen. Wie zu erwarten hatte Frau Schwassel einen Platz neben ihr eingenommen. Und jetzt stürmte noch eine Gestalt - peinlicherweise mit löchrigen Socken - herein. Sie keuchte und ließ sich auf der anderen Seite von Frau Blabloblü nieder. Das schien Frau Krummstock zu sein. Anschließend entschuldigte sie sich: „ Die Ampeln waren alle rot. Wie immer hab ich natürlich die Abkürzung verpasst und dann keinen Parkplatz gefunden. Ich hab mich dann einfach ins Halteverbot gestellt. Musste ich einfach riskieren.“ Sie senkte die Stimme. „Aber es ist es immerhin wert, dass Anna und Antonia im Gefängnis sitzen. Diese Anne werden wir auch noch irgendwie drankriegen. Ich hätte da eine Idee…“ Sie schwafelte irgendetwas von einer Entführung und anderen Dingen, aber die Anderen lehnten ab.
In dem Moment kam der Richter herein. Es war genau 9.55.
Er setzte sich. „Also, sie haben Anna und Antonia angeklagt. Warum?“, sagte er an Frau Blabloblü gewandt. Jedoch schien ein Hass in seiner Stimme zu sein, doch auch ein Fleck von Langeweile. „W…wei…weil sie das ganze 13. Schuljahr geschwänzt haben!“, stotterte diese. Sie schien Angst vor dem übergroßen Richter zu haben. „Einspruch!“, schrie Anne. „Zu der Zeit musste man das 13. Schuljahr gar nicht machen!“ Frau Blabloblü giftete sie an: „Das heißt NICHTS! Die Abmeldungspapiere fehlen!“ Anne entgegnete: „ Weil ich mir so etwas schon gedacht habe, habe ich die Abmeldungspapiere mitgebracht!“ Sie schwenkte mit ein paar bedruckten Abmeldungspapieren, die nicht von echten zu unterscheiden waren in der Luft herum. Selbst aus zehn Metern Entfernung konnte man sehen, was darauf stand und deshalb entschied der Richter während er sich ein Gähnen verkniff „ Also, natürlich werden sie die Sitzung bezahlen!“ Er deutete auf die schluckende Frau Blabloblü. „Das macht dann genau 1000€. Außerdem sind Anna und Antonia sowieso schon die ganze Zeit unschuldig, da man sich, was nur die wenigsten wissen, für das 13. Schuljahr nicht mal abmelden muss, also, da Sie das als Lehrerin wissen müssten weitere 500€ Strafe wegen Betrugs. Hiermit ist die Sitzung beendet!“
Traurig ließ Frau Blabloblü drei 500€-Scheine auf das Richterpult schweben und ging
end aus dem Zimmer. Natürlich in Begleitung von Frau Schwassel und Frau Krummstock. Fröhlich trotteten Anna, Antonia und Anne hinterher.
Gleich im erstbesten Halteverbot kreischte Frau Krummstock laut auf. „Mein Wagen wurde abgeschleppt! Nein!!!!!!!!!!!! Grr, diese dummen Bull…, äh, Polizisten!“,
te diese. Frau Schwassel rannte auf sie zu um sie zu trösten, doch dann trat sie plötzlich auf ein Nagelbrett. Erschrocken sprang sie zurück und schaute sich die blutigen Füße an. Schließlich zog Frau Blabloblü einen Verbandskasten hervor, der ziemlich schwer war. Sie keuchte von dem Gewicht, denn das Ding war locker 100 kg schwer. Sie griff wütend in den Kasten und prallte dabei mit voller Wucht gegen eine scharfe Kante. Sie
te auf vor Schmerz und suchte noch wütender als zuvor schon nach den Verbänden, wobei sie nebenbei alle 50 Pflaster zerriss, obwohl sie eines für ihre blutende Hand gebraucht hätte! Plötzlich klappte der Deckel herunter. Ihr Arm war gebrochen. Sich die Tränen verkneifend zog Frau Krummstock ein Handy hervor und rief den Krankenwagen an. Dieser ließ ein paar Minuten auf sich warten, bis er mit Blaulicht angerast kam. Die Notärzte stellten fest, dass Frau Blabloblü ins Krankenhaus musste.
„Spielverderberin!“, flüsterte Antonia ihren Freundinnen zu, die ihr damit auch Recht gaben.
III.
Der Brief und die erste Station
Zu Hause. Plötzlich fiel Antonia ein: „Hey, wir haben doch noch gar nicht den zweiten Brief geöffnet!“, und sie griff nach dem Brief. Es war eine Marke mit dem berühmten Krokodilsumpf aufklebt worden. Sie nahm eine Schere und trennte den Umschlag eilig auf. Heraus holte sie eine zerknüllte Botschaft. Auf ein weißes Papier war hastig mit Schreibschrift geschrieben worden:
Morgen am Waldsee. Bringt Proviant und Zelte mit. 15Uhr. Keine Verspätungen. Niemanden mitbringen! Polizei verboten!!! Werden euch dort mehr über das Spiel erzählen!
Blabloblü Schwassel Krummstock
Anne meinte:„ Nur ein Spiel? Na, das bezweifle ich!“ Ihre Freundinnen antworteten im Chor: „Ich auch!“ – „Wir müssen uns entsprechend vorbereiten!“-„ Na
, so ganz wohl ist mir bei der Sache nicht!“, entgegnete Anna misstrauisch. „Sollten wir vielleicht nicht doch besser die Polizei einschalten? Was, wenn sie versuchen, uns umzubringen oder uns zu entführen versuchen?“ Doch Anne entgegnete: „Nein, auf gar keinen Fall! Entweder WIR bereiten den Lehrern ein Ende oder niemand! Die überleben doch garantiert nicht mal das erste Spiel! Und dies ist eine einmalige Gelegenheit!“ – „Aber mir ist trotzdem nicht wohl bei der Sache!“, gestand Anna. Aber Antonia beruhigte sie: „ Sie werden uns schon nicht umbringen! Außerdem haben wir den schwarzen Gürtel in Judo und seitdem wir Frau Krummstock mal so richtig auf die Klappe gehauen haben, nehmen die eh 10 Meter Abstand von uns! Ich weiß noch ganz genau, wie sie mit gebrochenem Unterkiefer und gestauchtem Nasenbein im Krankenhaus lag. Da musste sie doch zwei Monate lang vertreten werden. Am Ende hat sie dann gemeckert, dass wir das Programm der 8. Klasse nicht geschafft haben. Dann sollten wir den Rest in den Ferien machen, aber wir konnten sie dann doch noch mit ein paar, im wahrsten Sinne des Wortes, schlagkräftigen Argumenten überzeugen, uns dies zu ersparen. Das werde ich nie vergessen!“ Schließlich ließ Anna sich dann doch überzeugen:„OK, überredet.“
Am nächsten Tag. Sie standen wie üblich um 8 Uhr auf, um zur Arbeit zu gehen. Gemütlich zog Anne sich an und aß ein paar frische Brötchen, die Antonia soeben vom Bäcker geholt hatte. Anna fühlte sich schlecht und kam heute nicht zur Arbeit. Sie hatten eh um 13 Uhr Schluss und dann erstmal ganze 6 Wochen Urlaub. Sie kippte schnell eine Tasse Kaffee herunter. Jetzt schlüpften Antonia und Anne in ihre Schuhe.
Für eine Jacke war es viel zu heiß, da es jetzt schon 29°C waren. Antonia übernahm das Steuer und hüpfte auf den Fahrersitz. Sie schnallte sich an und deutete Antonia, die auf die Rückbank gehen wollte, an, sich neben sie zu setzen. Antonia drehte den Schlüssel um. Der Motor dröhnte und Antonia brauste aus der Garage heraus, wobei sie einen Autofahrer ausbremste, welcher viel zu schnell fuhr. Das hatte sie nur gemacht, weil sie es liebte, – so wie ihre Freundinnen auch - Autos auszubremsen.
Sie schrubbten eifrig den Käfig der Greifvögel, gaben ihnen frisches Wasser und Fressen und gingen mit ihnen
gen. Schon bald war der Tag wieder zu Ende.
Um 13:15 Uhr fuhren sie zurück. Diesmal war Anne dran. Sie drückte aufs Gaspedal. Am Zebrastreifen sah sie Frau Blabloblü, Frau Schwassel und Frau Krummstock mit lauter Sachen unter dem Arm herumstehen. Sie musste wie Anna stark auf die Bremse drücken. Doch Antonia schrak vor nichts zurück und so wählte sie eine dreistellige Nummer. Bald darauf waren Sirenen zu hören und ein Polizeiwagen raste in die Straße. Erschrocken waren sie diesmal nicht, doch der Polizeiwagen hielt zum Wunder der Lehrer mit quietschenden Reifen bei ihnen. Zwei vergnügte Beamte obersten Ranges stiegen aus dem Auto und verpassten ihnen einen Strafzettel im „Wert“ von je 2000 €, die an Antonia und Anne gingen.
Zu Hause angekommen fühlte Anna sich schon viel besser und so packten sie Zelte, jede Menge Proviant, Öllampen, Streichhölzer, Klamotten, Taschenmesser,… und Pistole, Schwert und Waffenschein ein. Jetzt gingen sie nicht in die Garage zum Auto, sondern schnallten sich mehrere Rucksäcke auf den Rücken, schleiften Rollkoffer hinter sich her und trugen mehrere Taschen und betraten den Fußweg. Dann marschierten sie los.
An der Lichtung vom Wald angekommen stellten sie schon mal die Zelte auf und da die Lehrer – wie sie es schon aus der Schulzeit kanten – noch nicht da waren, richteten sie es sich in dem 100- Mannzelt ein und setzten sich auf ihre Picknickdecke, die sie ausgebreitet hatten.
Über ihnen in den Bäumen zwitscherten die Vögel in den Tannen, Buchen, Eichen und Haselnusssträuchern, durch deren Blätter ein paar helle Sonnenstrahlen schienen, unter denen ein paar Mücken tanzten. Ärgerlich verscheuchte Anna eine. Sie biss von ihrem Brötchen ab und trank ein bisschen Wasser. Sie sagte: „Ah, herrlich! Wenigstens ist es hier im Wald kühl und schattig!“
Nach einer Weile begann Antonia, sich Vorfreuden zu machen, was passiert sein könnte: „Hey, wäre
, wenn die einen Unfall gemacht haben und bewusstlos im Krankenhaus liegen!“ – „Oder TOT!“, schlug Anne vor. Anna machte begeistert weiter: „Nee, die haben uns doch eh vergessen!“ Doch Anne meinte:„Und was ist, wenn sie was verbrochen haben und im Gefängnis sitzen?“ – „Zuzutrauen wär´s ihnen
, aber ich glaube, eine von denen hat sich vor Angst in die Hose gemacht und jetzt können die keine Ersatzklamotten finden!“, meinte Antonia. Anna machte weiter: „Was, wenn sie…“ – „Aufgegeben haben?“, ergänzte Anne „Oder vielleicht…“, erklang eine Stimme hinter ihnen „… haben sie sich einfach bloß verspätet!“ – „Schade, hätt´
sein können.“, murmelte Anna. „Egal, könntet ihr uns jetzt endlich mal was über das Spiel erzählen? Wir haben nämlich keine sehr große Geduld. Was ist jetzt?“ Frau Blabloblü sagte nur: „Wartet nur ab, von Zeit zu Zeit werdet ihr es schon kapieren. Uns doch egal, wann dieses Irgendwann ist; egal, in zwei Stunden am Krokodilsumpf unten. Anna und ich werden diese Station ausführen. Gut, Kollegen, lasst uns gehen. Verschwenden wir unsere Zeit nicht mehr hier, wir bauen jetzt unser Zelt auf. Damit die Anderen es fair finden, trainieren wir auch nicht. Worauf wartet ihr denn noch?“ Sie verschwanden hinter einer Wand aus Büschen und machten es sich auf der anderen Hälfte der Lichtung gemütlich.
Antonia verbreitete ihre Vermutung im Zelt: „Ich glaube, wir müssen durch den See schwimmen, oder eher du, Anna gegen Frau Blabloblü. Gut, ich würde meinen, du übst schon mal ein bisschen.“
Antonia hatte Recht, denn Frau Blabloblü verkündete: „Also, die erste Station lautet, dass ich und Anna durch diesen Sumpf schwimmen müssen. Doch dieser ist nicht so ganz ohne: Er heißt schließlich Krokodil-Sumpf und nicht Sumpf. Also, die Aufgabe ist, hier durch zu schwimmen, dann auf Krokodile zu achten und wer als erstes ankommt, hat gewonnen. Gut, AUF DIE SÜMPFE, FERTIG, AB… Äh, LOSSCHWIMMEN!“ Anna machte einen eleganten Kopfsprung, während Frau Blabloblü sich nur zögernd langsam ins Wasser schwang, indem sie sich an den Rand hing und dann ganz langsam runterließ. Frau Schwassel war darauf so
, dass sie ihrer Kollegin mit voller Wucht auf die Hände sprang, sodass diese natürlich vor lauter Schmerz und
ulend losließ. Anna schaute zurück. Sie hatte mindestens 20 Meter Abstand und vom Ufer 100 Meter, sodass sie ihre Freundinnen gar nicht sah, sondern nur hörte, die sie lauthals anfeuerten. Die Stimmen wurden immer leiser. Anna sah das erste Krokodil heranschwimmen. Es nahm keine Notiz von Anna, aber als das Zweite kam, schwamm Anna zu ihm hin und klammerte sich am Schwanz fest. Sie
te einen Stock aus dem Schlamm und band eine Schnur aus ihrer Hosentasche dran, an das sie auch ein Stück Fleisch band. Sie schwang sich auf den Rücken des Krokodils und hielt die Angel direkt vor seine Nase. Das Tier wurde gierig und nahm an Tempo zu. Als Anna nahe genug am Ufer war, band sie das Fleisch ab und gab es dem Krokodil zu fressen. Sie tätschelte es und schwamm dann weiter, da sie 100 Meter hinter sich Frau Blabloblü halb
en sah. Grummelnd musste diese feststellen, dass die erste Runde an die ehemaligen Schüler ging.
IV Eine mehr als merkwürdige Feststellung bei der zweiten Station und die dritte Station, bei der Anne den Sinn nicht versteht und dann noch zwei Feststellungen macht, eine
e und eine nicht so
e
Im Zelt ging gleich die Party los. „Spitze, Anna, dass wir die erste Station gewonnen haben, muss gefeiert werden, los!“ Im Nu herrschte Partystimmung. Vielerorts hingen Luftschlangen und Luftballons rum, Anne backte Kuchen und alle hatten Spaß. Doch Anna meinte: „Jetzt übertreibt mal nicht! Was müssten wir denn dann für eine Party machen, wenn wir das ganze Spiel gewinnen würden? Vor Freude das Haus sprengen oder verrückt werden vor Freude?“ Ihre Freundinnen sahen ein, dass sie Recht hatte. „Egal, du bist halt einfach die Heldin des Tages, das ist doch OK, oder nicht?“
Frau Blabloblü und ihr „Gefolge“ empfingen sie auf der Lichtung. „He, das Schild schon beachten, nicht einfach in den abgezäunten Bereich marschieren! Los, raus da!“, fing Anne die Unterhaltung an. „Also, was ist jetzt? Geht ihr da runter oder nicht? Schließlich unser Grundstück hier!“ Sie kruschtelte eine völlig zerknitterte Urkunde aus der Hosentasche heraus. Entschlossen ging Frau Blabloblü vor, riss Anne die Urkunde aus der Hand und riss sie in tausend oder mehr Teile. „So, jetzt gilt die bestimmt nicht mehr!“ – „Oh doch, ich fürchte, schon, denn das war nur eine der vielen Kopien, die wir besitzen. Das Original ist natürlich in unserem Tresor.“ Schnaubend traten die Feinde der Exschüler zurück. „OK, wir wollten euch die nächste Station erklären. Also, hinten auf der Feuerstelle haben wir ein großes Feuer entfacht. Schmiert euch dieses Feuerschutzmittel über die Haare und Klamotten, aber nicht über den restlichen Körper. Gut, Aufgabe ist, da drin so lange wie möglich drin zu bleiben. Wer schummelt, ist disqualifiziert, das heißt, hat zu sterben. Wie, wissen wir noch nicht. Kommt ihr jetzt endlich, ihr Faulpelze? Pah, unnütze Schüler wart ihr eh. Pah! Schon immer!“
Die Flammen loderten schon, als sie ankamen. Entschlossen gingen Antonia und Frau Schwassel, die dran waren, auf das Feuer zu. „Rein ins Feuer!“, rief Frau Blabloblü. Antonia war überrascht, dass es ihr gar nicht wehtat, als sie das Feuer betrat. Sie machte einen Schritt zur heißesten Stelle des Feuers. Wohlige Wärme durchflutete sie. Sie fragte sich: „Wie kann ich das aushalten, ohne Schmerzen zu spüren? Ich muss doch irgendeine magische Gabe oder so etwas besitzen, oder wie geht das? Das ist verdammt komisch. Wenn ich das Anna und Anne erzähle, werden sie aber überrascht sein. Wie zum Teufel kann das angehen?“ Sie sah zu Frau Schwassel rüber. Diese bekam gerade ein verrußtes Gesicht, was ganz lustig aussah. Antonia bemerkte, dass sie die Zähne zusammenbiss vor Schmerz, also ihre Feindin. Im nächsten Augenblick sah sie, dass ihre Augen glitzerten. Dann rann eine dicke Träne über ihr Gesicht. Plötzlich schoss sie in die Höhe. „AUAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ Sie kam wieder im Feuer auf, nachdem sie drei Meter hoch gesprungen war. Die Lehrerin kreischte wieder und hüpfte
ulend vor Schmerz aus dem Feuer. Antonia folgte ihr also gemächlich und gähnend nach draußen.
Im Zelt erklärte Antonia alles. Aus Anne stürzte es hervor: „Cool! Das will ich auch ausprobieren!“ – „Na, wenn du meinst. Kann
sein, dass du diese Art Gabe auch hast. Werden wir schon noch erfahren. Und zwar in Kürze. Mich interessiert es nämlich auch, ob ich genauso davon betroffen bin. Kommt, lasst es uns ausprobieren!“ In Sekundenschnelle waren Alle aus dem Zelt gestürmt und zum Feuer gerannt. Anne und Anna rieben sich mit der feuerfesten Masse ein und setzten ihren Fuß mutig ins Feuer. „Du zuerst, Anne. Dann geh ich!“ Anne und Anna stellten fest, dass es ihnen genauso erging wie Antonia. „Mann, toll! Aber wozu ist so was nützlich? Wenn man von Riesen aufgespießt und geröstet wird?“ Antonia
ste. „Ne, ganz bestimmt nicht, wir werden es schon noch erfahren. Aber schon merkwürdig, dass du im Sumpf nicht versunken bist. Wieso eigentlich, Anna?“ – „Ganz einfach: Da waren jede Menge so komische Platten, die wohl jemand zum Wohle anderer dahin genagelt hat. Ich bin einfach gelaufen. Dann habe ich ein Krokodil entdeckt und ihm ein Stück Fleisch vor die Nase gehalten. Ging ganz schnell, anzukommen. War schließlich nicht verboten, tierische Hilfe anzunehmen, oder?“
1.Teil: Die große Reise
I.
Wie alles begann
Es war Frühling geworden und Antonia ging ihrer Arbeit als Falknerin bei der Greifvogelvoliere nach. Sie streifte sich den Falknerhandschuh über und lockte den Wüstenbussard mit einem toten Eintagsküken auf den Handschuh. Der Vogel flog zu ihr und begann, sich über das Fressen herzumachen. Anna streichelte ihn.
Auch Anna hatte ihren Handschuh an und ging mit ihrem Steinadler im Zoo auf Streife. Natürlich nahmen alle Menschen Reißaus vor diesem braunen Koloss mit einer Spannweite von 1,90 bis 2,10 Metern. Damit er nicht vor Hunger die Leute angriff, fütterte Anna, die genau wie Antonia 21 Jahre alt war, ihn mit ein paar Leckerbissen.
Selbst Anne, die letzte 21-jährige Freundin, ging auf einen Spaziergang durch den Zoo. Jedoch nahm sie ihren Turmfalken mit, der im Sturzflug bis zu 360 km/h erreichen kann. Er ist klein, aber flink. Die Besitzerin streichelte ihn mit einer Schwanzfeder, die das Weibchen bei der letzten Mauser verloren hatte. Sie genoss es, denn sie knabberte vorsichtig und liebevoll an Annes Ohrläppchen.
Die Käfer krabbelten über das frischgemähte und saftige Gras, die Mücken tanzten über dem Bächlein, das durch den Zoo floss. Die Vögel zwitscherten in den Bäumen, deren feuchte Blätter in den letzten Strahlen der Sonne glitzerten und das ein oder andere Insekt brummte am Ohr vorbei. Die Bienen machten fleißig ihren Honignektar und flogen von einer Blume zur anderen. Leise konnte man die Autobahn hören, wie die Autos vorbeirasten.
Als die Vögel einen leckeren Happen Eintagsküken bekommen hatten, war auch schon
Feierabend.
Zu Hause genossen sie den schönen Sonnenuntergang und machten sich Abendbrot. Übrigens bestand Annes Nebenjob darin, beim Gericht von Greifkatzhausen – also ihrer Stadt – die Verteidigung zu sein.
Anna reckte und streckte sich. Natürlich konnte sie sich kein Gähnen verkneifen. Dieses verriet ihr, dass sie unbedingt ein paar Mal auf dem Trampolin hüpfen musste, um wach zu werden.
Plötzlich kam Antonia in Begleitung von Anne hereingestürmt. Außer Atem und noch mit dem Briefkastenschlüssel sowie ein paar Briefen in der Hand sagte sie: „ Wir haben zwei Briefe bekommen. Einen von unseren ehemaligen Lehrern Frau Blabloblü,
Schwassel sowie einer so genannten Frau Krummstock. Bin
mal gespannt, wer diese Krummstock ist - und einen weiteren vom Greifkatzhausener Gericht.“ Anne entschied: „Öffnen wir mal den Brief vom Gericht zuerst. Könnte etwas Dringendes für mich sein.“ Also ergriff sie den Brief. Ein bedrucktes Blatt kam zum Vorschein und Antonia und Anna beugten sich
gierig über den Brief. „Lies vor!“, drängte Anna. „Sehr geehrte Anna, sehr geehrte Antonia,
sie wurden heute von Frau Blabloblü wegen früherem Schuleschwänzen angeklagt. Bitte begeben sie sich morgen um 9.55 in den Gerichtssaal Nr. 37. Wenn sie zu spät kommen, werden sie gleich ins Gefängnis geworfen oder müssen eine Geldstrafe zahlen, kommt drauf an, wie groß ihre Verspätung ist.
Mit freundlichen Grüßen
Das Staatsgericht Greifkatzhausen“
Anna und Antonia waren empört, doch Antonia fasste sich wieder: „Bitte, Anne, du MUSST uns verteidigen!“ Anne antwortete: „OK, wir haben morgen sowieso frei!“
II. Die Anklage
Am nächsten Tag wurden sie von Anne geweckt. Diese flüsterte: „Anna, Antonia, aufstehen!“ – „Ist
schon
.“, brummte Anna und rieb sich genau wie Antonia die Augen.Im Auto kutschierte Anna sie elegant durch die Stadt, doch als sie mit 60 km/h auf einen Zebrastreifen zufuhr, überquerte plötzlich eine ihnen sehr bekannte Frau die Straße: Frau Blabloblü! „Was macht die denn hier?“, dachte Antonia. Als ob sie Gedanken
en könnte, sagte Anna: „Sie will die Abkürzung nehmen! So ist sie schneller als wir da.“ Auf einmal schaute Frau Blabloblü sie an mit einem fiesen Grinsen, dass sie schon aus der Schulzeit kannten. Sie blieb auf dem Zebrastreifen stehen, als würde sie meinen, dass keine zehn Pferde sie von dort wegbekommen würden. Anna drückte auf die Bremse und der Wagen kam zum stehen. Wie als ob man auf das Stichwort gewartet hätte, kam aus der entgegengesetzten Richtung eine Kutsche, die von zehn Pferden gezogen wurde genau auf Frau Blabloblü zugerast. Entsetzt schrie diese auf und rannte von der Straße herunter. Diese Gelegenheit nutzten Anna, Antonia und Anne aus und fuhren weiter in Richtung Greifkatzhausener Gericht.Frau Blabloblü hatte einen stechenden Blick in den Augen. Jetzt funkelten diese nur so. Es schien eine Privatsitzung zu sein, denn niemand anderes war im Raum zu sehen. Wie zu erwarten hatte Frau Schwassel einen Platz neben ihr eingenommen. Und jetzt stürmte noch eine Gestalt - peinlicherweise mit löchrigen Socken - herein. Sie keuchte und ließ sich auf der anderen Seite von Frau Blabloblü nieder. Das schien Frau Krummstock zu sein. Anschließend entschuldigte sie sich: „ Die Ampeln waren alle rot. Wie immer hab ich natürlich die Abkürzung verpasst und dann keinen Parkplatz gefunden. Ich hab mich dann einfach ins Halteverbot gestellt. Musste ich einfach riskieren.“ Sie senkte die Stimme. „Aber es ist es immerhin wert, dass Anna und Antonia im Gefängnis sitzen. Diese Anne werden wir auch noch irgendwie drankriegen. Ich hätte da eine Idee…“ Sie schwafelte irgendetwas von einer Entführung und anderen Dingen, aber die Anderen lehnten ab.
In dem Moment kam der Richter herein. Es war genau 9.55.
Er setzte sich. „Also, sie haben Anna und Antonia angeklagt. Warum?“, sagte er an Frau Blabloblü gewandt. Jedoch schien ein Hass in seiner Stimme zu sein, doch auch ein Fleck von Langeweile. „W…wei…weil sie das ganze 13. Schuljahr geschwänzt haben!“, stotterte diese. Sie schien Angst vor dem übergroßen Richter zu haben. „Einspruch!“, schrie Anne. „Zu der Zeit musste man das 13. Schuljahr gar nicht machen!“ Frau Blabloblü giftete sie an: „Das heißt NICHTS! Die Abmeldungspapiere fehlen!“ Anne entgegnete: „ Weil ich mir so etwas schon gedacht habe, habe ich die Abmeldungspapiere mitgebracht!“ Sie schwenkte mit ein paar bedruckten Abmeldungspapieren, die nicht von echten zu unterscheiden waren in der Luft herum. Selbst aus zehn Metern Entfernung konnte man sehen, was darauf stand und deshalb entschied der Richter während er sich ein Gähnen verkniff „ Also, natürlich werden sie die Sitzung bezahlen!“ Er deutete auf die schluckende Frau Blabloblü. „Das macht dann genau 1000€. Außerdem sind Anna und Antonia sowieso schon die ganze Zeit unschuldig, da man sich, was nur die wenigsten wissen, für das 13. Schuljahr nicht mal abmelden muss, also, da Sie das als Lehrerin wissen müssten weitere 500€ Strafe wegen Betrugs. Hiermit ist die Sitzung beendet!“
Traurig ließ Frau Blabloblü drei 500€-Scheine auf das Richterpult schweben und ging
end aus dem Zimmer. Natürlich in Begleitung von Frau Schwassel und Frau Krummstock. Fröhlich trotteten Anna, Antonia und Anne hinterher.Gleich im erstbesten Halteverbot kreischte Frau Krummstock laut auf. „Mein Wagen wurde abgeschleppt! Nein!!!!!!!!!!!! Grr, diese dummen Bull…, äh, Polizisten!“,
te diese. Frau Schwassel rannte auf sie zu um sie zu trösten, doch dann trat sie plötzlich auf ein Nagelbrett. Erschrocken sprang sie zurück und schaute sich die blutigen Füße an. Schließlich zog Frau Blabloblü einen Verbandskasten hervor, der ziemlich schwer war. Sie keuchte von dem Gewicht, denn das Ding war locker 100 kg schwer. Sie griff wütend in den Kasten und prallte dabei mit voller Wucht gegen eine scharfe Kante. Sie
te auf vor Schmerz und suchte noch wütender als zuvor schon nach den Verbänden, wobei sie nebenbei alle 50 Pflaster zerriss, obwohl sie eines für ihre blutende Hand gebraucht hätte! Plötzlich klappte der Deckel herunter. Ihr Arm war gebrochen. Sich die Tränen verkneifend zog Frau Krummstock ein Handy hervor und rief den Krankenwagen an. Dieser ließ ein paar Minuten auf sich warten, bis er mit Blaulicht angerast kam. Die Notärzte stellten fest, dass Frau Blabloblü ins Krankenhaus musste.„Spielverderberin!“, flüsterte Antonia ihren Freundinnen zu, die ihr damit auch Recht gaben.
III.
Der Brief und die erste Station
Zu Hause. Plötzlich fiel Antonia ein: „Hey, wir haben doch noch gar nicht den zweiten Brief geöffnet!“, und sie griff nach dem Brief. Es war eine Marke mit dem berühmten Krokodilsumpf aufklebt worden. Sie nahm eine Schere und trennte den Umschlag eilig auf. Heraus holte sie eine zerknüllte Botschaft. Auf ein weißes Papier war hastig mit Schreibschrift geschrieben worden:
Morgen am Waldsee. Bringt Proviant und Zelte mit. 15Uhr. Keine Verspätungen. Niemanden mitbringen! Polizei verboten!!! Werden euch dort mehr über das Spiel erzählen!
Blabloblü Schwassel Krummstock
Anne meinte:„ Nur ein Spiel? Na, das bezweifle ich!“ Ihre Freundinnen antworteten im Chor: „Ich auch!“ – „Wir müssen uns entsprechend vorbereiten!“-„ Na
, so ganz wohl ist mir bei der Sache nicht!“, entgegnete Anna misstrauisch. „Sollten wir vielleicht nicht doch besser die Polizei einschalten? Was, wenn sie versuchen, uns umzubringen oder uns zu entführen versuchen?“ Doch Anne entgegnete: „Nein, auf gar keinen Fall! Entweder WIR bereiten den Lehrern ein Ende oder niemand! Die überleben doch garantiert nicht mal das erste Spiel! Und dies ist eine einmalige Gelegenheit!“ – „Aber mir ist trotzdem nicht wohl bei der Sache!“, gestand Anna. Aber Antonia beruhigte sie: „ Sie werden uns schon nicht umbringen! Außerdem haben wir den schwarzen Gürtel in Judo und seitdem wir Frau Krummstock mal so richtig auf die Klappe gehauen haben, nehmen die eh 10 Meter Abstand von uns! Ich weiß noch ganz genau, wie sie mit gebrochenem Unterkiefer und gestauchtem Nasenbein im Krankenhaus lag. Da musste sie doch zwei Monate lang vertreten werden. Am Ende hat sie dann gemeckert, dass wir das Programm der 8. Klasse nicht geschafft haben. Dann sollten wir den Rest in den Ferien machen, aber wir konnten sie dann doch noch mit ein paar, im wahrsten Sinne des Wortes, schlagkräftigen Argumenten überzeugen, uns dies zu ersparen. Das werde ich nie vergessen!“ Schließlich ließ Anna sich dann doch überzeugen:„OK, überredet.“Am nächsten Tag. Sie standen wie üblich um 8 Uhr auf, um zur Arbeit zu gehen. Gemütlich zog Anne sich an und aß ein paar frische Brötchen, die Antonia soeben vom Bäcker geholt hatte. Anna fühlte sich schlecht und kam heute nicht zur Arbeit. Sie hatten eh um 13 Uhr Schluss und dann erstmal ganze 6 Wochen Urlaub. Sie kippte schnell eine Tasse Kaffee herunter. Jetzt schlüpften Antonia und Anne in ihre Schuhe.
Für eine Jacke war es viel zu heiß, da es jetzt schon 29°C waren. Antonia übernahm das Steuer und hüpfte auf den Fahrersitz. Sie schnallte sich an und deutete Antonia, die auf die Rückbank gehen wollte, an, sich neben sie zu setzen. Antonia drehte den Schlüssel um. Der Motor dröhnte und Antonia brauste aus der Garage heraus, wobei sie einen Autofahrer ausbremste, welcher viel zu schnell fuhr. Das hatte sie nur gemacht, weil sie es liebte, – so wie ihre Freundinnen auch - Autos auszubremsen.
Sie schrubbten eifrig den Käfig der Greifvögel, gaben ihnen frisches Wasser und Fressen und gingen mit ihnen
gen. Schon bald war der Tag wieder zu Ende.Um 13:15 Uhr fuhren sie zurück. Diesmal war Anne dran. Sie drückte aufs Gaspedal. Am Zebrastreifen sah sie Frau Blabloblü, Frau Schwassel und Frau Krummstock mit lauter Sachen unter dem Arm herumstehen. Sie musste wie Anna stark auf die Bremse drücken. Doch Antonia schrak vor nichts zurück und so wählte sie eine dreistellige Nummer. Bald darauf waren Sirenen zu hören und ein Polizeiwagen raste in die Straße. Erschrocken waren sie diesmal nicht, doch der Polizeiwagen hielt zum Wunder der Lehrer mit quietschenden Reifen bei ihnen. Zwei vergnügte Beamte obersten Ranges stiegen aus dem Auto und verpassten ihnen einen Strafzettel im „Wert“ von je 2000 €, die an Antonia und Anne gingen.
Zu Hause angekommen fühlte Anna sich schon viel besser und so packten sie Zelte, jede Menge Proviant, Öllampen, Streichhölzer, Klamotten, Taschenmesser,… und Pistole, Schwert und Waffenschein ein. Jetzt gingen sie nicht in die Garage zum Auto, sondern schnallten sich mehrere Rucksäcke auf den Rücken, schleiften Rollkoffer hinter sich her und trugen mehrere Taschen und betraten den Fußweg. Dann marschierten sie los.
An der Lichtung vom Wald angekommen stellten sie schon mal die Zelte auf und da die Lehrer – wie sie es schon aus der Schulzeit kanten – noch nicht da waren, richteten sie es sich in dem 100- Mannzelt ein und setzten sich auf ihre Picknickdecke, die sie ausgebreitet hatten.
Über ihnen in den Bäumen zwitscherten die Vögel in den Tannen, Buchen, Eichen und Haselnusssträuchern, durch deren Blätter ein paar helle Sonnenstrahlen schienen, unter denen ein paar Mücken tanzten. Ärgerlich verscheuchte Anna eine. Sie biss von ihrem Brötchen ab und trank ein bisschen Wasser. Sie sagte: „Ah, herrlich! Wenigstens ist es hier im Wald kühl und schattig!“
Nach einer Weile begann Antonia, sich Vorfreuden zu machen, was passiert sein könnte: „Hey, wäre
, wenn die einen Unfall gemacht haben und bewusstlos im Krankenhaus liegen!“ – „Oder TOT!“, schlug Anne vor. Anna machte begeistert weiter: „Nee, die haben uns doch eh vergessen!“ Doch Anne meinte:„Und was ist, wenn sie was verbrochen haben und im Gefängnis sitzen?“ – „Zuzutrauen wär´s ihnen
, aber ich glaube, eine von denen hat sich vor Angst in die Hose gemacht und jetzt können die keine Ersatzklamotten finden!“, meinte Antonia. Anna machte weiter: „Was, wenn sie…“ – „Aufgegeben haben?“, ergänzte Anne „Oder vielleicht…“, erklang eine Stimme hinter ihnen „… haben sie sich einfach bloß verspätet!“ – „Schade, hätt´
sein können.“, murmelte Anna. „Egal, könntet ihr uns jetzt endlich mal was über das Spiel erzählen? Wir haben nämlich keine sehr große Geduld. Was ist jetzt?“ Frau Blabloblü sagte nur: „Wartet nur ab, von Zeit zu Zeit werdet ihr es schon kapieren. Uns doch egal, wann dieses Irgendwann ist; egal, in zwei Stunden am Krokodilsumpf unten. Anna und ich werden diese Station ausführen. Gut, Kollegen, lasst uns gehen. Verschwenden wir unsere Zeit nicht mehr hier, wir bauen jetzt unser Zelt auf. Damit die Anderen es fair finden, trainieren wir auch nicht. Worauf wartet ihr denn noch?“ Sie verschwanden hinter einer Wand aus Büschen und machten es sich auf der anderen Hälfte der Lichtung gemütlich. Antonia verbreitete ihre Vermutung im Zelt: „Ich glaube, wir müssen durch den See schwimmen, oder eher du, Anna gegen Frau Blabloblü. Gut, ich würde meinen, du übst schon mal ein bisschen.“
Antonia hatte Recht, denn Frau Blabloblü verkündete: „Also, die erste Station lautet, dass ich und Anna durch diesen Sumpf schwimmen müssen. Doch dieser ist nicht so ganz ohne: Er heißt schließlich Krokodil-Sumpf und nicht Sumpf. Also, die Aufgabe ist, hier durch zu schwimmen, dann auf Krokodile zu achten und wer als erstes ankommt, hat gewonnen. Gut, AUF DIE SÜMPFE, FERTIG, AB… Äh, LOSSCHWIMMEN!“ Anna machte einen eleganten Kopfsprung, während Frau Blabloblü sich nur zögernd langsam ins Wasser schwang, indem sie sich an den Rand hing und dann ganz langsam runterließ. Frau Schwassel war darauf so
, dass sie ihrer Kollegin mit voller Wucht auf die Hände sprang, sodass diese natürlich vor lauter Schmerz und
ulend losließ. Anna schaute zurück. Sie hatte mindestens 20 Meter Abstand und vom Ufer 100 Meter, sodass sie ihre Freundinnen gar nicht sah, sondern nur hörte, die sie lauthals anfeuerten. Die Stimmen wurden immer leiser. Anna sah das erste Krokodil heranschwimmen. Es nahm keine Notiz von Anna, aber als das Zweite kam, schwamm Anna zu ihm hin und klammerte sich am Schwanz fest. Sie
te einen Stock aus dem Schlamm und band eine Schnur aus ihrer Hosentasche dran, an das sie auch ein Stück Fleisch band. Sie schwang sich auf den Rücken des Krokodils und hielt die Angel direkt vor seine Nase. Das Tier wurde gierig und nahm an Tempo zu. Als Anna nahe genug am Ufer war, band sie das Fleisch ab und gab es dem Krokodil zu fressen. Sie tätschelte es und schwamm dann weiter, da sie 100 Meter hinter sich Frau Blabloblü halb
en sah. Grummelnd musste diese feststellen, dass die erste Runde an die ehemaligen Schüler ging. IV Eine mehr als merkwürdige Feststellung bei der zweiten Station und die dritte Station, bei der Anne den Sinn nicht versteht und dann noch zwei Feststellungen macht, eine
e und eine nicht so
eIm Zelt ging gleich die Party los. „Spitze, Anna, dass wir die erste Station gewonnen haben, muss gefeiert werden, los!“ Im Nu herrschte Partystimmung. Vielerorts hingen Luftschlangen und Luftballons rum, Anne backte Kuchen und alle hatten Spaß. Doch Anna meinte: „Jetzt übertreibt mal nicht! Was müssten wir denn dann für eine Party machen, wenn wir das ganze Spiel gewinnen würden? Vor Freude das Haus sprengen oder verrückt werden vor Freude?“ Ihre Freundinnen sahen ein, dass sie Recht hatte. „Egal, du bist halt einfach die Heldin des Tages, das ist doch OK, oder nicht?“
Frau Blabloblü und ihr „Gefolge“ empfingen sie auf der Lichtung. „He, das Schild schon beachten, nicht einfach in den abgezäunten Bereich marschieren! Los, raus da!“, fing Anne die Unterhaltung an. „Also, was ist jetzt? Geht ihr da runter oder nicht? Schließlich unser Grundstück hier!“ Sie kruschtelte eine völlig zerknitterte Urkunde aus der Hosentasche heraus. Entschlossen ging Frau Blabloblü vor, riss Anne die Urkunde aus der Hand und riss sie in tausend oder mehr Teile. „So, jetzt gilt die bestimmt nicht mehr!“ – „Oh doch, ich fürchte, schon, denn das war nur eine der vielen Kopien, die wir besitzen. Das Original ist natürlich in unserem Tresor.“ Schnaubend traten die Feinde der Exschüler zurück. „OK, wir wollten euch die nächste Station erklären. Also, hinten auf der Feuerstelle haben wir ein großes Feuer entfacht. Schmiert euch dieses Feuerschutzmittel über die Haare und Klamotten, aber nicht über den restlichen Körper. Gut, Aufgabe ist, da drin so lange wie möglich drin zu bleiben. Wer schummelt, ist disqualifiziert, das heißt, hat zu sterben. Wie, wissen wir noch nicht. Kommt ihr jetzt endlich, ihr Faulpelze? Pah, unnütze Schüler wart ihr eh. Pah! Schon immer!“
Die Flammen loderten schon, als sie ankamen. Entschlossen gingen Antonia und Frau Schwassel, die dran waren, auf das Feuer zu. „Rein ins Feuer!“, rief Frau Blabloblü. Antonia war überrascht, dass es ihr gar nicht wehtat, als sie das Feuer betrat. Sie machte einen Schritt zur heißesten Stelle des Feuers. Wohlige Wärme durchflutete sie. Sie fragte sich: „Wie kann ich das aushalten, ohne Schmerzen zu spüren? Ich muss doch irgendeine magische Gabe oder so etwas besitzen, oder wie geht das? Das ist verdammt komisch. Wenn ich das Anna und Anne erzähle, werden sie aber überrascht sein. Wie zum Teufel kann das angehen?“ Sie sah zu Frau Schwassel rüber. Diese bekam gerade ein verrußtes Gesicht, was ganz lustig aussah. Antonia bemerkte, dass sie die Zähne zusammenbiss vor Schmerz, also ihre Feindin. Im nächsten Augenblick sah sie, dass ihre Augen glitzerten. Dann rann eine dicke Träne über ihr Gesicht. Plötzlich schoss sie in die Höhe. „AUAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ Sie kam wieder im Feuer auf, nachdem sie drei Meter hoch gesprungen war. Die Lehrerin kreischte wieder und hüpfte
ulend vor Schmerz aus dem Feuer. Antonia folgte ihr also gemächlich und gähnend nach draußen. Im Zelt erklärte Antonia alles. Aus Anne stürzte es hervor: „Cool! Das will ich auch ausprobieren!“ – „Na, wenn du meinst. Kann
sein, dass du diese Art Gabe auch hast. Werden wir schon noch erfahren. Und zwar in Kürze. Mich interessiert es nämlich auch, ob ich genauso davon betroffen bin. Kommt, lasst es uns ausprobieren!“ In Sekundenschnelle waren Alle aus dem Zelt gestürmt und zum Feuer gerannt. Anne und Anna rieben sich mit der feuerfesten Masse ein und setzten ihren Fuß mutig ins Feuer. „Du zuerst, Anne. Dann geh ich!“ Anne und Anna stellten fest, dass es ihnen genauso erging wie Antonia. „Mann, toll! Aber wozu ist so was nützlich? Wenn man von Riesen aufgespießt und geröstet wird?“ Antonia
ste. „Ne, ganz bestimmt nicht, wir werden es schon noch erfahren. Aber schon merkwürdig, dass du im Sumpf nicht versunken bist. Wieso eigentlich, Anna?“ – „Ganz einfach: Da waren jede Menge so komische Platten, die wohl jemand zum Wohle anderer dahin genagelt hat. Ich bin einfach gelaufen. Dann habe ich ein Krokodil entdeckt und ihm ein Stück Fleisch vor die Nase gehalten. Ging ganz schnell, anzukommen. War schließlich nicht verboten, tierische Hilfe anzunehmen, oder?“
te mit der Hand, um Antonia zu zeigen, sie solle kommen. Im Vorzelt sagte Antonia laut: „Lass uns eine Nachtwanderung machen!“ Anna antwortete: „Au
, ich sehe auch sehr wenig, aber das werden wir gleich haben.“ Sie kramte in ihrer Hosentasche herum und holte ein Taschenmesser heraus, Sie murmelte: „Nee, das ist doch keine Taschenlampe! Ich brauche auch keinen Taschenkalender, keinen Stift, keinen Faden und keine Nähnadel! Autsch! Du Miststück! Ah, hier ist
t!“ Sie knipste die Lampe an. Sofort kniff Anna die Augen zusammen. „Mann, ist das hell! Mach doch bitte deine Hand davor, damit es erträglich wird!“ Antonia gehorchte jedoch nicht, sondern richtete den Strahl der Taschenlampe zur Seite. „Du wirst dich schon dran gewöhnen. Ich richte den Strahl immer weiter zu dir,
te: „M… Mami! Die brüllt mich an!“ Frau Schwassel antwortete verärgert: „Die hast du doch vor genau 50 Jahren umgebracht!“ – „Papi!“ – „Der ist auch seit genau 50 Jahren tot! Hast du doch auch umgebracht! Sogar deinen Mann und deine 39 Kinder!“ Neugierig sahen sich Anna, Antonia und Anne an. Frau Blabloblü schossen Tränen aus den Augen. Frau Schwassel wurde es zu bunt und sie schubste ihre Freundin, die sich sehr kindhaft benahm, von ihr weg, als die 70-jährige begann, sich die Nase an Frau Schwassels Oberteil zu putzen. Ihre Kolleginnen zogen sie hinter einen Felsen. Beim Gehen murrte Frau Krummstock aus dem Mundwinkel: „Sind gleich wieder da, reden kurz mit diesem albernen Baby!“
fte es einfach nicht, sie zu überholen! Sie legte sich so richtig ins Zeug, sie schloss die Augen; als sie sie wieder öffnete, hatte sie Frau Krummstock tatsächlich eingeholt; ein bedeutendes Stückchen. Sie sah ihre Freundinnen, die sie munter mit einer Tasse Kaffee in der Hand anfeuerten.
te: „Daran wirst du dich schon noch gewöhnen, Landratte, wenn du erstmal ein paar Muskeln hast! Los, worauf wartest du noch? RUDERN!“ Erst jetzt sah Anna, dass lauter Ruderbänke mit Leuten um sie gereiht waren. In dem Gewimmel sah sie Antonia und Anne, die durch ihre bunte Kleidung sehr auffällig waren. Schweiß stand auf ihren Stirnen. Doch Anna bemerkte, dass Beide nicht nebeneinander saßen und sie wurde auf einen anderen freien Platz neben einem schwarzhaarigen Mädchen geführt. „Du setzt dich neben die da!“ Er schubste Anna neben das Mädchen und beobachtete die Beiden eine Weile beim Rudern, dann drehte er sich um und peitschte einen Mann aus, der sich eine kleine Pause gegönnt hatte.
! Oh,
fte Antonia den Schlüssel in die Zündung und drehte ihn um. Sie holte einen Stein aus dem Sand der Wüste und legte ihn auf das Gaspedal. Mit müdem Gesicht nahm sie eine Schnur und band ein Stück an die eine Seite vom Lenkrad, das Ende nahm sie in ihre Hand und machte es auf der anderen Seite genauso. Sie nahm sich ein Kissen von Anne auf dem Beifahrersitz und legte es sich in ihren Nacken. Sie gähnte erneut und zog immer wieder an einer der Schnüre, um einem spitzen Stein auszuweichen. Nur leider hatten sie zweimal einen platten Reifen und verloren deswegen nur noch mehr Zeit. Nach und nach schliefen ihre Freundinnen ein. Irgendwann konnte sie sich nicht mehr halten. Sie kämpfte mit der Müdigkeit, doch sie konnte nicht anders. Sie sank in den Schlaf, was zum großen Verhängnis führte…
!“ Sie schnipste und ein nicht ablösbarer Folienstift erschien aus dem Nichts. Sie nahm ihn und pinselte hinter die Ohren der wimmernden Lehrer: ICH DARF NICHT SPIONIEREN!!! Anne drehte sich um: „Ich hoffe, ihr nehmt es mir nicht übel, dass ich diese Kleinigkeit zuerst erledigen musste. Gut, wo war ich stehn geblieben? Ach
st du denn, Julia? Hast du schlecht geträumt?“ – „N…
egt, als sich plötzlich ein junger Mann aus der Menge hervortat. „Schon
tete Julia. „Die Leute von heute – vernünftig. Fabelmals, damals: unvernünftig! Einfach zuuuu eingebildet!“ Frau Blabloblü beachtete diese Beleidigung nicht und murmelte: „Die Leute von heute! Unvernünftig! Fabelmals, damals: Vernünftig!“ Anna dachte: „Wenn das so weitergeht, geht schon wieder ein Streit los!“ Laut sagte sie: „Gehen wir lieber!“ Zustimmend liefen sie – bis auf Anne, die die Ausrüstung besorgte – zum Auto und fuhren gemütlich zum Zeltplatz.
vor! Ausweis!“ Er deutete allerdings auf Frau Blabloblü. Diese schluckte und kramte in ihrer Hosentasche. Sie holte ein zerknittertes Papier heraus. Der Ausweis war wirklich nicht echt, das hätte selbst ein Baby erkannt. Sofort fiel sein Urteil: „Der ist gefälscht! Aber trotzdem: Eine kleine Prüfung: Was würden sie machen, wenn sie einen Dieb sehen, der gerade in einen Laden einbricht?“ – „Ihm sagen, dass er das lassen soll! Was sonst!“ – „Soso, und was ist, wenn ihm das egal ist?“ – „Dann verpasse ich ihm eine Strafarbeit!“ – „Und wenn ihm das auch egal ist?“ – „Dann bekommt er einen Schulverweis!“ – „Sie sind nicht von der Polizei! Sie sind eine eingeschmuggelte Lehrerin! ABFÜHREN!“ Zwei Polizisten sprangen auf und zerrten sie zu den Zellen. Sofort sprang Frau Schwassel auf, rupfte einen Orden gewaltsam von seinem Hemd und rannte nach draußen. „Die ist entkommen! EIN WEITERES ZEICHEN, DASS SIE SICH ANSTRENGEN MÜSSEN!“, brüllte er. Er wandte sich wieder an Anne. „Zeigen Sie mir ihren Pass! Sie kommen mir nicht bekannt vor!“ Anne holte ihn schweigend aus ihrer Jackentasche. „Hm, der ist echt. Sie sind mir dennoch
ierte: „Ich will aber nicht als erstes!“ – „Dann halt du, Antonia!“ – „Nein, kommt gar nicht in Frage!“ – „Julia vielleicht?“ Doch diese wich nur zurück. Anna sah sie scharf an. „Ich weiß, dass du willst, dass ich fliege! Aber ich tue es nicht und Ende!“ Sie schielte zu den Lehrern, doch diese traten nur an den Rand des Felsens, bereit, wenn es sein muss sogar Selbstmord zu begehen, nur um nicht als erste dranzukommen. Anne sah wieder zu Anna herüber. „Tja, niemand anderes will, also musst du wohl!“ – „NEIN!“ – „Will jemand anderes freiwillig?“ Niemand ergab sich. „Würde es wirklich niemand machen?“ Niemand antwortete. Mit strengem Blick schaute Anne in die Runde. Julia trat vor: „Fang du doch an!“ – „NEIN, ICH MUSS DOCH ALLES KONTROLLIEREN!!!“ – „DAS KÖNNEN WIR GENAUSO GUT WIE DU!“ – „NEIN, KÖNNT IHR NICHT, IHR HABT NICHT MEINE KRÄFTE!!!“ – „NA UND???“ Jetzt mischte sich auch Anna ein: „Julia hat Recht, Anne, man kann das ganze auch ohne Königinnenkräfte kontrollieren!“ – „NEIN!“ Julia merkte, dass Anne nicht bereit war nachzugeben: „Na
, Anne! Was verschlägt dich denn hierher?“ – „Hallo, Dora! Ach, eigentlich wollte ich ihn nur um die Erlaubnis des Fliegens auf der Erde bitten!“ – „Ich weiß nicht, ob der alte Rudolf dir das gestattet! Er ist sehr streng! Und im Moment besucht er einen Bruder auf der Erde. Er wollte in zwei Stunden zurück sein, was er vor einer Stunde sagte. Aber du kannst dir sicher sein, dass er rechtzeitig wieder da ist! Er hat