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Die Mauerbiene




Die Mauerbiene

Beitragvon Schneeleopard » Mi 2. Jan 2008, 18:58

Vom Nestbau zu Larve und Ausschlüpfen

Baumaterialien und Brutverpflegung

Ein Drittel der etwa 50 mitteleuropäischen Arten bevorzugt bereits vorhandene Hohlräume, einige bauen in sandigem Boden oder an Steinen, doch immerhin ein Viertel auch in leeren Schneckenhäusern oder im Mark von Pflanzenstängeln. Das Baumaterial der ersteren und der „Steinbauer“ ist vor allem mineralisch (Sand, Lehm, Steinchen), aber teilweise auch Pflanzenmörtel (zerkaute Blattstücke - worauf dann die Form des Kiefers „abgestimmt“ ist. Über die Schneckensiedler weiß man erst wenig, jene im Mark nehmen meist Blattstücke. Einige Arten
beißen auch Blütenblätter ab, so etwa Hoplitis papaveris, die ebenso wie Osmia maritima Sandlöcher gräbt.

Das Weibchen versorgt die künftigen Larven einer jeden Zelle mit Pollen und oft etwas Nektar. Dann legt es ein Ei an den Pollenvorrat und verschließt die Zelle. Der Zellverschluss ist im Regelfall zugleich die Rückwand der nächsten Zelle – hinter einem Nestverschluss verbergen sich also mehrere Zellen. Die Osmia brevicornis hingegen füllt ihre Niströhren durchgehend mit Pollen, ihre Larven wachsen also gemeinsam auf.

Einige Mauerbienenarten lassen sich durch Aufstellen von Nisthilfen gezielt fördern. Hierdurch wird nicht nur dem allgemeinen Rückgang der meisten Solitärbienen infolge von Landschaftsveränderungen entgegengewirkt, es bieten sich naturinteressierten Laien und Fachleuten auch gute Gelegenheiten für Naturbeobachtungen.

Anders als etwa bei den Sandbienen (Andrena spec.) finden sich Mauerbienen selten zu größeren Gruppen zusammen. Nur wenn man viele Nistblöcke an einer Stelle aufstellt, kommt es zu einer mit Sandbienen vergleichbaren Bevölkerungsdichte.

Bei den Arten Osmia inermis und auch O. mustelina sind Vorstufen von Sozialverhalten zu beobachten.

Parasiten


Wie alle Solitärbienen ist auch die Mauerbiene von Parasiten betroffen. Ein Viertel der Bienenarten sind „Brutparasiten“ bzw. Schmarotzer, die ihre Eier in fremde Nester legen. Die Nachkommen dieser „Kuckucksbienen“ ernähren sich von deren Larven oder dem vorgefundenen Proviant. Eine Reihe von Mauerbienenarten sind Wirte für die Kuckucksbienengattungen Stelis und Dioxys.

Zu diesem häufigen Phänomen kommen aber noch andere Parasiten aus dem Insektenreich: Naturfreunde können an den Nistblöcken der Mauerbienen immer wieder die metallisch schillernden Goldwespen (Chrysidinae) beobachten, wie sie geduldig auf einen geeigneten Moment für die eigene Eiablage warten. ..

Larve, Verpuppung und Flugzeiten

Die Larve häutet sich nach dem Schlüpfen mehrmals und frisst wochenlang vom Nahrungsvorrat, bevor sie sich in einen Kokon einspinnt und verpuppt. Am Ende der Metamorphose schlüpft aus der Puppe die flugfähige Biene (Imago). Die Winterpause kann in unterschiedlichen Stadien eingelegt werden: Manche Arten überwintern schon als Larven, andere als fertige Insekten, die dann schon im kühlen März schlüpfen können.

Meist tauchen zuerst die Männchen auf (Proterandrie) und müssen 1 bis 2 Wochen auf die später herausschlüpfenden Weibchen warten. Dies vermutlich, weil die unbefruchteten Eier zuletzt gelegt werden, sodass sich die Männchen den Nistgang vor den Weibchen freinagen können. Die meisten der etwa 50 mitteleuropäischen Arten bringen es nur auf eine Generation im Jahr („univoltin“). Ihre Flugzeiten sind 1½ bis 3 Monate lang, aber artspezifisch sehr unterschiedlich:

Von den wichtigsten acht Arten beginnt die O. cornuta (Gehörnte Mauerbiene) im März/April; sie zählt als „eurytope Art“ zu den „Biotop-Generalisten“, die sich in vielen Lebensräumen (auch in Dörfern und der Stadt wohlfühlt. Die bekannte Osmia bicornis (Rote Mauerbiene) fliegt zumindest im April und Mai, während Hoplosmia spinulosa und Hoplitis claviventris von Juni bis August unterwegs sind.

Entwicklungsgeschichte

Die Bienen traten etwa gleichzeitig mit den Blütenpflanzen in die Erdgeschichte (vor 90 bis 100 Millionen Jahren). Sie haben sich vermutlich in ihrer Entwicklung gegenseitig gefördert (Ernährung von Pollen und dadurch auch deren Verbreitung). Später entwickelten die Pflanzen in „Ko-Evolution“ süße Säfte, tiefe Nektarkelche und Staubfäden, um die Tiere „an sich zu binden“ - und die Bienen ihre Saugrüssel und dem Pollentransport angepassten Haare.

Stammesgeschichtliche Vorläufer der Bienenfamilie dürften Wespenähnliche Vorläufer der heutigen Grabwespen sein. Ihre Brutpflege (Vergraben gelähmter Beutetiere gemeinsam mit den Eiern) entspricht dem von heutigen Solitärbienen, nur dass letztere ihren Nachwuchs mit Pollen versorgen.

Lebensweise und Sozialverhalten

Im Gegensatz zu den Honigbienen sind die meisten Bienenarten sog. Solitärbienen, die weder Staatenbildung noch Larvenpflege kennen. Zwar leben sie allein, zeigen aber Sozialverhalten, zum Beispiel in gemeinschaftlicher Verteidigung mit ihren Nachbarn oder manchmal bei der Überwinterung in Pflanzen- oder Erdhöhlen. Manche Arten kennen auch Nestgemeinschaften mit einzelnen Zellen (ähnlich einem Kloster) und Pförtnerdienste.

Solche Formen loser Gemeinschaften werden außer bei Mauerbienen (Megachilidae) auch bei den drei Familien der Andrenidae, Anthophoridae und Halictidae beobachtet.

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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Steinadler » Mi 2. Jan 2008, 19:33

Ist das Foto in Originalgröße?
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Schneeleopard » Mi 2. Jan 2008, 19:34

Ja, warum?
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Steinadler » Mi 2. Jan 2008, 19:36

Ganz schön riesiges Viech...
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Schneeleopard » Mi 2. Jan 2008, 19:37

Also, ich weiß nicht, ob sie wirklich so groß ist. Kann ja auch vergrößert worden sein. Ist eben in der große wie ich's gefunden hab...
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Steinadler » Mi 2. Jan 2008, 19:39

Achsoooo, wäre ein richtiger Riesenbrummer.
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Schneeleopard » Mi 2. Jan 2008, 19:41

Aber wirklich, wenn dass Tier wirklich so groß wäre würd ich nicht gerne von gestochen werden...
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Steinadler » Mi 2. Jan 2008, 19:42

Auaaaa. Ich auch lieber nicht.
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Schneeleopard » Mi 2. Jan 2008, 19:46

Ja, würd wohl ganz schön wehtun.
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Re: Die Mauerbiene

Beitragvon Steinadler » Mi 2. Jan 2008, 19:50

Könnte mir vorstellen, dass man da ins Krankenhaus muss...
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